In Deutschland wird nach Meinung der Bundesanstalt für Arbeit ein weiterer Abbau von Arbeitslosigkeit immer schwieriger und kostenintensiver. Zwar habe sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den letzten fünf Jahren von 1,7 Millionen auf 886.000 halbiert, aber der verfestigten Arbeitslosigkeit sei schwer beizukommen. Dies erklärte das BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Jetzt werde jeder Schritt beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit immer schwerer.
Alt sieht deshalb mit großer Sorge, dass die Arbeitsministerin die Mittel für Arbeitsmarktprogramme um eine Milliarde kürzen wolle. Er meinte gegenüber der “Süddeutschen Zeitung“, es sei nicht automatisch so, dass weniger Arbeitslose nun auch weniger Geld für eine Förderung benötigten. Je verfestigter die Arbeitslosigkeit sei, umso mehr müsse man für Training, Kurse, Qualifizierungen und Schuldner- oder Sucht Beratungen ausgeben.
Bündnis 90/ Die Grünen fordern daher auch, Frau von der Leyen solle schnellstens die Kürzungen wieder zurücknehmen. Die Partei warf der Ministerin einen Kahlschlag bei der Förderung von Arbeit vor. Bei den Langzeitarbeitslosen schlummere eine stille Fachkräftereserve.
Langzeitarbeitslos ist nach der Definition der Bundesanstalt, wer sich seit wenigstens einem Jahr als arbeitslos habe registrieren lassen. Die Situation am Arbeitsmarkt wird insgesamt als gut eingeschätzt. Es gelinge jetzt auch Langzeitarbeitslosen, schneller als noch vor zehn Jahren wieder eine Arbeit zu finden. In einer befristeten Beschäftigung, Zeitarbeit und einer Arbeit im den Niedrig Lohnsektor, über die viel diskutiert werde, sieht Alt aber gerade für Gering Qualifizierte, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeit suchende eine Lösung.
Im europäischen Durchschnitt verzeichnet Deutschland die viert niedrigste Arbeitslosenrate. Aber der Anteil von 47,3 Prozent Langzeitarbeitslose an der Gesamtzahl der Erwerbslosen liegt deutlich über dem Durchschnitt innerhalb der EU. Dänemark und Schweden haben unter ihren Arbeitslosen nur 23 und 19 Prozent Langzeitarbeitslose.
Quelle: Reuters, Bild: Bundesagentur für Arbeit

