Jean-Claude Trichet forderte Europa kürzlich zum schnellen Handeln in der Banken- und Schuldenkrise auf. Er wies darauf hin, die Krise habe eine “systemische Dimension” angenommen und sei auch auf größere EU-Staaten übergesprungen. Dies erläuterte er am 11. Oktober 2011 vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. Weiter legte er dar, dass man die Probleme “schnell und wirksam” bekämpfen müsse, hierzu sei es notwendig, dass die Banken Europas rekapitalisiert werden müssten. Es sei Krisenmanagement gefragt, nachdem die Schuldenkrise einiger europäischer Staaten “globale Ausmaße” angenommen habe.
Die Lage auf den Weltmärkten sei angespannt, zudem bestehe aufgrund der stark vernetzten Finanzbranche Europas die Gefahr weiterer Ansteckungen. Die Auffangung des belgisch-französischen Staatsfinanzierers Daxia durch Staatgarantien von Belgien, Luxemburg und Frankreich seien in die “richtige Richtung” gegangen, weitere entschiedene Reaktionen seien aber weiter notwendig, um die “aufwärtsgerichteten Risiken” anzugehen.
Der geplante EU-Gipfel, der über weitere Strategien entscheiden soll, ist vor dem Hintergrund des drohenden Staatsbankrotts Griechenlands geplant. Sollte es soweit kommen, fürchten Investoren, dass auch andere verschuldete Länder innerhalb der Eurozone große Probleme bekommen könnten. In der Finanzbranche scheint sich jedoch bereits Widerstand gegen eine mögliche Rekapitalisierung durch den Staat zu formieren, da die Aufnahme weiteren Geldes die “Sorge der Investoren über die Rückzahlungsfähigkeit der Staaten möglicherweise verstärken könnte”, wie es Michael Kemmer formulierte, Hauptgeschäftsführer des Privatbankenverbandes BdB.
Quelle: Reuters


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